Enke….


Robert Enke

Ich weiß nicht wie es Euch geht…irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl als ich die ganzen Kommentare zum Selbstmord von Robert Enke las…erstmal wußte ich gar nichts mit dem Namen anzufangen-Schande über mich, aber so wars wirklich. Und dann hatte ich den Eindruck dass die mediale Begleitung eine Schlagseite bekam…und erst heute, bei der Lektüre der Sonntagszeitungen, erkenne ich, dass auch andere Kollegen dieses Gefühl haben und ihm Ausdruck verliehen haben. Richard Herzinger in der WamS: „..man kann Enke auch nicht nur als Opfer betrachten. Seine Selbsttötung, vor allem die Art, wie er sie verübte, ließ ihn zugleich zum Verursacher neuen Leids werden. Nicht nur dass er eine Frau und ein erst kürzlich adoptiertes Kind zurück ließ – Enke hat seine Selbsttötung auch auf einen anderen abgewälzt“…gemeint sind zB der Lokführer, der mit diesem traumatischen Erlebnis fertig werden muß, die Rettungskräfte, Polizisten etc.
Und die FAZ-Sonntagszeitung kommentiert ähnlich: „Warum Enke nach dem Verlust seiner Tochter und trotz seiner schweren Depression ein Kind adoptierte, obwohl er doch kaum mit dem eigenen Leben zurecht kam, und warum seine Frau dabei mittat – verantwortlich war das nicht….Robert Enke taugt…nicht zum Helden,so wenig wie andere im Amüsierbetrieb.“
Ich finde, das sind wichtige, gute und mutige Gedanken, die in der Medienwalze bisher untergingen. Was meint Ihr?

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Kategorien:Medienlandschaft
  1. Matty
    21. November 2009 um 00:59

    „Seine Selbsttötung, vor allem die Art, wie er sie verübte, ließ ihn zugleich zum Verursacher neuen Leids werden.“
    Genauso sehe ich das auch. Wenn schon Freitod, warum andere Menschen mit reinziehen und damit zu Opfern machen. Der Medienhype war erschreckend und verstörend.
    Es gibt sicher jeden Tag mehrere gute Menschen den Selbstmord begehen, warum wird nicht über diese berichtet. Warum wird über einen, mir bis dahin Unbekannten, Fußballspieler so ein Hype gemacht? Warum muss seine Art des Freitods so genau beleuchtet werden? Denkt denn keiner an Nachahmer? Warum hat seine Frau das Leben der beiden so genau, vor der Presse, geschildert? Sollte privates nicht privat bleiben? Was sollte dieses „Staatsbegräbnis“ warum mussten Minister anwesend sein und ein Ministerpräsident eine Rede halten. Auf mich hat das ganze sehr abstoßend und unwürdig gewirkt. Wenn ich an den Applaus im Stadium denke, wird mir ganz schlecht.

    Meine Meinung, über seinen Freitod hätte nicht, so ausführlich oder gar nicht, berichtet werden müssen.

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